Silvester

 

Dieses Thema ist grade wieder zum Jahreswechsel aktuell.

Ich möchte dem alten Mythos, dass man Hunde ignorieren soll (warum auch immer) dringend ein Ende setzen und bitte euch, seit für eure Hunde da, gebt ihnen Sicherheit.

Die Angst

Viele Hunde leiden grade an Silvester, aber auch Tage vorher und danach stark unter Angst- und Schreckzuständen.

Das Gehirn des Hunde ist darauf vorbereitet, auf genau solche Reize mit Alarmbereitschaft, Anspannung, Vorsicht und Fluchtverhalten zu reagieren.

Angst ist kein schönes Gefühl und wir kennen es alle selbst, wie es sich anfühlt, einer Situation ausgesetzt zu sein, welche wir nicht beeinflussen oder einschätzen können. Wir fühlen uns hilflos.

Unteranderem erleiden wir einen Kontrollverlust, genauso wie es unsere Hunde in Angstauslösenden Situationen erleiden.

Angst ist eine der ältesten Emotionen, die im Gehirn entstehen und eine biologische Notwendigkeit zum Überleben ist.

Reize, wie in dem Fall das Feuerwerk sind Geräusche, die sehr laut und plötzlich auftreten, ohne dass man sie vorhersagen kann und sie einem Muster folgen.

Daher ist es für viele Hunde unberechenbar und damit angsteinflößend.

 

Wie verhalte ich mich richtig?!

Immer wieder kommt mir zu Ohren, „ich Ignoriere den Hund einfach, dann verstärke/belohne ich die Angst auch nicht.“

 

BITTE NICHT!!! – Ignorieren oder gar Wegschicken beschädigt die Beziehung zwischen Mensch und Hund!

Ein vorhandenes Angstgefühl kann nicht durch positive Zuwendung verstärkt werden.

Außer die Zuwendung wird vom Hund als unangenehm empfunden (Schmerz, Bedrohung, Einengung etc)

Nur für den Hund unangenehmes kann in der Situation die Angst verstärken.

 

Beobachtet eure Hunde genau, was tut ihm gut, was mag er und was eher nicht (diese Entscheidung trifft immer das Hundegehirn).

 

Die größte Gefahr bei Angstproblemen besteht darin, dass der Hund sich Hilflos fühlt und keine Lösung für seine Situation hat. Mit eurer Unterstützung kann sie leichter ertragen werden.

 

Soziale Support: 

Dieser Begriff kommt aus der Verhaltensbiologie, was soviel heißt wie "soziale Unterstützung". Es ist unerlässlich für kooperatives Verhalten in einer Gruppe. Sozial Support bedeutet seinem Hund in stressenden Situationen durch körperliche Nähe und Zuwendung zu helfen. Dies senkt den Blutdruck, die Herzfrequenz und den Spiegel der Stresshormone. So wird dem Hund geholfen ängstigende Situationen besser zu bewältigen. 

 

Mögliche Unterstützungen:

  • Aufbau von verschiedenen konditionierten Entspannungssignalen, sowie der Einsatz von Aromatherapie (dauert eine gewisse Zeit im Vorfeld)
  • D.A.P. (Dog Appeasig Pheromon) : Ein Synthetisch hergestelltes Pheromon, dass dem der Gesäugehaut der laktierenden Hündin nachgeahmt wurde. So ist eine Konditionierung von Geburt an geschehen. Es hat eine Beruhigende und entspannende Wirkung.
  • Thundershirt, ein enger Strethmantel, der am Hundekörper angelegt wird und leichten Druck auf der Körperoberfläche ausübt. Durch die Stimulation kommt es zur Ausschüttung von Oxytocin (Hormon, welches Entspannung auslösen kann). Vorsicht, nicht alle Hunde empfinden das als angenehm.
  • Ort des Aufenthalts: Lasst eure Hunde den Ort auswählen, wo sie gerne sein möchten. Einige suchen die Nähe, andere verkriechen sich lieber, dann gebt ihnen die Möglichkeit dazu. Beim Körperkontakt wird ebenfalls wie oben beschrieben das Oxytocin ausgeschüttet.
  • Kauartikel o.ä.: Bietet euren Hunden ein Kauartikel oder einen Kong an, an dem er sich länger aufhalten kann. Gebt ihn schon vor 24 Uhr, dass er sich noch drauf einlassen kann. So kann er später zum Aufmerksamkeitsteiler werden.
  • Ebenso können eventuelle bekannte Nebengeräusche eingeschaltet werden, Radio oder TV.
  • Den Hund bitte nicht mit raus nehmen zum Feuerwerk
  • Ebenso bitte ich darum die Hunde einige Tage vor und nach Silvester anzuleinen, Flucht ist häufig mittel der Wahl in einer Panik.

Naturheilmittel/ Medikamente:

Wenn zu solchen mitteln gegriffen wird, bitte denkt immer daran, dass diese auch Nebenwirkungen haben können.

Viele Trainer haben sehr gute Erfahrungen mit L-Theanin gemacht. Die Aminosäure bewirkt im Gehirn die vermehrte Entstehung von Alpha Wellen, welche zu einem entspannteren Zustand beitragen.

Andere Präparate, Wirkstoffe zum eventuellen Einsatz. (Bitte immer in Rücksprache mit einem Trainer oder Tierarzt anwenden)

 

Zylkene, Relaxan, Relax-Liquid, Baldrian, ( in ganz starken Fällen- Alprazolam, Melatonin, Benzodiazepine)

 

Psychopharmaka oder Naturheilmittel sollten immer langsam ausgeschlichen und nicht einfach abgesetzt werden.

 

Achtung!

Bitte dringend abstand halten vom Acepromazin (Vetranquil, Sedalin,...).

Es wird heute in der Verhaltenstherapie nicht mehr eingesetzt. Zudem ist es bei Geräuschesangst absolut nicht anzuraten. Es stellt den Hund nur Körperlich Ruhig, gleichzeitig wird aber die Geräuschempfindlichkeit gesteigert, das verschlimmert somit die Angst erheblich und führt beim Hund zum traumatischen Erlebnis. Er bekommt alles viel sensibler mit, durch den körperlichen Kontrollverlust wird es allerdings nur schlimmer für den Hund.

 

Das effektivste und beste gegen Silvester- und Geräuschesangst ist ein gut durchdachtes individuelles Training auf Basis positiver Verstärkung.

Dieses benötigt allerdings Zeit. Daher ist es ratsam sich jetzt schon damit zu befassen, damit es effektiv im nächsten Jahr angewendet werden kann.

 

Bei Fragen oder Unklarheiten kontaktiert mich gerne.

 

Nun wünsche ich Euch und euren Vierbeinern einen ruhigen und wenig angstbehafteten Jahreswechsel. 

Hundetraining Steinkopf

Jana Steinkopf

Tel: +49 151 / 2353 4857

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